Lehmanngarten

Der Lehmanngarten am alten Joachimsthalschen Gymnasium
Das 1607 in Joachimsthal gegründete Joachimsthalsche Gymnasium wurde 1636 nach Berlin verlagert und kam 1912 nach Templin in der Uckermark. Einer seiner bedeutenden Lehrer wurde Gustav Lehmann. Zu seinen besonderen Verdiensten an dieser Schule gehört die Einrichtung eines Botanischen Gartens. Den Garten gestaltete er in so mustergültiger Weise, daß ihm am 29. Dezember 1913 der Titel "Professor" verliehen wurde, für einen Nichtakademiker eine besondere Auszeichnung.


Die etwa 2.500 Quadratmeter große Gartenanlage befindet sich direkt an der Ortsausfahrt Templin in Richtung Prenzlau. Das Zentrum des Gartens wurde gebildet durch einen runden Gartenteich, ein Becken für Pflanzen der Moore sowie eine durch einen Weinstock überwachsene Pergola. In der Nähe des Teiches wurden zwei beachtliche Hügel aus Erde und Steinen künstlich angelegt. Auf ihnen wuchsen zahlreiche einheimische Arten, aber auch Arten der Alpenflora. Im "Templiner Kreiskalender" von 1928 schrieb er den auch heute noch verpflichtenden Aufruf "Schützt die Flora der Heimat!". Professor Gustav Lehmann starb am 7. März 1928 und wurde in der Nähe des Botanischen Gartens beigesetzt.


Der Garten diente im Sinne seines Gründers dem Joachimsthalschen Gymnasium und auch anderen Schulen der Stadt Templin zur Gestaltung des Unterrichts. Noch 1958 wurden aus dem fernen Argentinien und aus Australien Anfragen an den Lehmann Garten zu heimischen Orchideen und zur Kuhschelle gerichtet. Die Arbeiten zur Rekultivierung des Gartens begannen 1988/89 mit der Ausholzung. Die Bestandsaufnahme vor der Neubegründung ergab 41 Arten. Ziel ist es, einen Lehr- und Schaugarten im Sinne Professor Lehmanns zu entwickeln. Er soll der Öffentlichkeit und in besonderem Maße Templiner Schulen dienen. So entsteht ein mit heimischen Arten besetzter Gartenteich und Hügel, die vor allem mit Heil- und Gewürzpflanzen, mit nachwachsenden Rohstoffen, sowie mit Blütenstauden bepflanzt sind. Unterstützung erhält der Garten durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, den Genpool Gatersleben, durch den Naturpark Uckermärkische Seen, durch die Universität in Potsdam, die Stadt Templin und den Kurförderverein. Mit lebenden Weidenhütten und anderem Naturmaterial gestaltet, ist der botanische Garten zugleich ein Naturspielplatz, der als familienfreundliches Angebot für die Bevölkerung sowie für Urlauber und Kurgäste der Stadt gedacht ist.

Öffnungszeiten:  

Montag bis Donerstag 8 - 15 Uhr (kleine Führungen möglich)
ganzjährig jeden Mittwoch  10 – 12 Uhr, (Möglichkeit der Teeverkostung und Führung) oder nach telefonischer Absprache

Herr Dr. W. Gerhardt, Tel. 039886 - 66150